Weinwissen

Von der Herkunft unserer Weine bis zur richtigen Trinktemperatur: Suchen Sie nach einem Begriff oder wählen Sie ein Thema. Die Antworten lassen sich direkt hier aufklappen.

9 Wissensbeiträge

Dekantieren und Karaffieren

Zwei Gründe für das Umfüllen

Beim Dekantieren wird Wein vorsichtig vom Bodensatz, dem Depot, getrennt. Das ist vor allem bei gereiften Weinen relevant. Die Flasche wird ruhig behandelt, damit sich der Bodensatz nicht wieder verteilt; beim langsamen Eingießen bleibt das Depot zurück.

Beim Karaffieren steht der Kontakt mit Luft im Vordergrund. Manche junge Weine verändern dadurch ihr Aromabild und wirken offener. In der Praxis werden die Begriffe nicht immer streng getrennt.

Nach dem Wein richten

Es gibt keine feste Belüftungszeit, die für jeden Rotwein passt. Probieren Sie einen kleinen Schluck und beobachten Sie die Entwicklung. Ältere, empfindliche Weine können durch zu viel Luft an Ausdruck verlieren. Ein Depot ist für sich genommen kein Weinfehler. Auch Drinking temperature und vorherige Lagerung beeinflussen den Eindruck im Glas.


Weiterführende Fachquellen: WSET: Wein servieren und dekantieren

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Die passende Trinktemperatur

Warum Temperatur eine Rolle spielt

Sehr kalter Wein zeigt seine Aromen oft zurückhaltender. Wird Wein zu warm serviert, kann der Alkohol stärker hervortreten. „Zimmertemperatur“ ist deshalb keine genaue Empfehlung für Rotwein, besonders in gut beheizten Räumen.

Die passende Temperatur hängt vom Weinstil ab. Am besten orientieren Sie sich an den Angaben des konkreten Weines und beobachten, wie er sich im Glas entwickelt. Acidity, Tannin und Frucht können je nach Temperatur anders wirken.

Beispiele aus unserem Sortiment

Für Chardonnay und Blaufränkisch Rosé nennen unsere Produktseiten 8–10 °C. Beim Zweigelt Classic sind es 16–17 °C; beim Blaufränkisch DAC Reserve 16–18 °C. Bei Wärme hilft kurzes Kühlen vor dem Servieren. Zur langfristigen Aufbewahrung finden Sie eigene Hinweise unter Wein lagern.


Weiterführende Fachquellen: WSET: Trinktemperatur und Lagerung

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Restzucker und „trocken“

Was Restzucker bedeutet

Restzucker ist der im Wein verbleibende Zucker. Er wird in Gramm pro Liter angegeben. Die Geschmacksangabe „trocken“ richtet sich bei stillem Wein nach dem Zuckergehalt und teilweise nach dem Verhältnis zur Gesamtsäure.

Ein stiller Wein gilt als trocken, wenn sein Zuckergehalt höchstens 4 g/l beträgt. Bis höchstens 9 g/l ist die Angabe ebenfalls möglich, wenn die als Weinsäure ausgedrückte Gesamtsäure höchstens 2 g/l niedriger ist als der Restzucker. Bei 9 g/l Restzucker wären somit mindestens 7 g/l Gesamtsäure nötig.

Frucht ist nicht gleich Zucker

Ein Wein kann nach reifen Beeren duften und trotzdem trocken sein. Auch Tannin und Acidity beeinflussen das Mundgefühl. Für einen konkreten Wein sind Etikett und Produktangaben maßgeblich. Die Regeln für „trocken“ bei Schaumwein unterscheiden sich von den hier beschriebenen Regeln für stillen Wein.


Weiterführende Fachquellen: EUR-Lex: Verordnung (EU) 2019/33, Anhang III

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Säure im Wein

Frische und Speichelfluss

Wein enthält verschiedene organische Säuren. Sie gehören zu seiner natürlichen Zusammensetzung und beeinflussen Geschmack und Balance. Eine deutlich wahrnehmbare Säure regt häufig den Speichelfluss an und lässt den Wein frisch wirken.

Das unterscheidet sie vom austrocknenden Gefühl des Tannins. Auch Süße, Alkohol und die Temperatur wirken auf den Gesamteindruck. Deshalb sagt ein einzelner Messwert nicht alles darüber, wie harmonisch ein Wein schmeckt.

Säure im Zusammenhang verstehen

Rebsorte, Reifeverlauf und Weinbereitung beeinflussen die Säure. Beim biologischen Säureabbau wird Äpfelsäure in Milchsäure umgewandelt. Der Beitrag zu Restzucker und trockenem Wein erklärt das Zusammenspiel mit Zucker. Beim Verkosten lohnt es sich, Frische und Süße getrennt zu beschreiben, bevor Sie den Wein als Ganzes beurteilen.


Weiterführende Fachquellen: WSET: Säure im Wein verstehen

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Tannin im Wein

Gerbstoff und Mundgefühl

Tannine gehören zu den phenolischen Stoffen im Wein. Sie stammen unter anderem aus Schalen und Kernen der Trauben; auch Holz kann beim Ausbau Gerbstoffe beitragen. Besonders bei Rotwein prägen sie das Mundgefühl.

Das trockene oder zusammenziehende Gefühl entsteht durch Wechselwirkungen mit Speichelproteinen. Es unterscheidet sich von der Frische der Acidity und von der Geschmacksangabe trocken. Ein Wein kann trocken sein und dennoch wenig Gerbstoff besitzen.

Tannin bewusst wahrnehmen

Bei der Verkostung lässt sich zwischen einer eher feinen, geschmeidigen und einer gröberen, stärker austrocknenden Wirkung unterscheiden. Menge und Wirkung sind nicht dasselbe. Mit Flaschenreife kann sich das Mundgefühl verändern; viel Tannin allein garantiert jedoch keine lange Lagerfähigkeit. Ein Beispiel aus unserem Sortiment ist der Cabernet Sauvignon Reserve.


Weiterführende Fachquellen: WSET: Tannin bei der Verkostung

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Wein lagern und reifen lassen

Gute Bedingungen für die Flasche

Lagern Sie Wein möglichst kühl, dunkel und bei gleichmäßiger Temperatur. Vermeiden Sie direkte Sonne, Hitze und große Temperatursprünge. Flaschen mit Naturkork werden üblicherweise liegend gelagert; bei Schraubverschluss ist stehende Lagerung möglich.

Flaschenreife verändert Frucht, Aroma und Mundgefühl. Das muss nicht bei jedem Wein eine Verbesserung sein. Acidity und Tannin können zur Reifestruktur beitragen, liefern aber allein keine verlässliche Jahreszahl.

Für den konkreten Wein entscheiden

Eine pauschale Lagerzeit für alle Classic- oder Reserveweine wäre zu ungenau. Beachten Sie die Angaben zum jeweiligen Wein und Jahrgang auf der Produktseite. Für eine ältere Flasche kann vorsichtiges Dekantieren sinnvoll sein, wenn sich ein Depot gebildet hat. Zum Genuss gehört außerdem eine passende Drinking temperature.


Weiterführende Fachquellen: WSET: Trinktemperatur und Lagerung · WSET: Welche Weine können reifen?

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Wein verkosten in fünf Schritten

Eine einfache Orientierung

  1. Sehen: Betrachten Sie Farbe und Klarheit vor einem hellen Hintergrund.
  2. Schwenken: Bewegen Sie das Glas vorsichtig, damit sich die Aromen besser entfalten können.
  3. Riechen: Benennen Sie Eindrücke, die Ihnen vertraut sind – etwa Kirsche, Beeren, Kräuter oder Gewürze.
  4. Schmecken: Achten Sie auf Süße, Acidity, Tannin und das Mundgefühl.
  5. Nachspüren: Welche Eindrücke bleiben nach dem Schluck? Wirkt der Wein insgesamt ausgewogen?

Vergleichen statt richtig oder falsch raten

Ein ruhiger Vergleich hilft mehr als eine lange Liste vorgegebener Aromen. Probieren Sie beispielsweise Zweigelt Classic und Zweigelt Reserve, und notieren Sie die Unterschiede mit Ihren eigenen Worten. Beachten Sie die Drinking temperature: Sie beeinflusst den Eindruck. Ein langer Nachklang allein ist noch kein vollständiges Qualitätsurteil.


Weiterführende Fachquellen: WSET: Wein verkosten

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Weinfehler erkennen

Geruch und Entwicklung prüfen

Ein muffiger Eindruck nach feuchtem Karton kann auf Korkton hinweisen. Häufig spielt dabei TCA, ein sehr geruchsaktiver Stoff, eine Rolle. Ein solcher Fehlton kann auch andere Quellen als den Flaschenkorken haben.

Unerwartet starke Essig- oder Lösungsmittelnoten sowie eine deutlich beeinträchtigte Frucht können ebenfalls Anlass geben, den Wein näher zu prüfen. Eine einzelne Aromabeschreibung ist aber keine sichere Diagnose: Weinstil, Alter und Lagerung gehören zur Einordnung.

Was kein Fehler sein muss

Ein Depot bei gereiftem Rotwein oder kleine Weinsteinkristalle können natürliche Ablagerungen sein. Sie beweisen weder einen Fehler noch besondere Qualität. Ein Depot lässt sich durch vorsichtiges Dekantieren abtrennen. Wenn Ihnen eine Flasche auffällig erscheint, bewahren Sie die Flasche auf und kontaktieren Sie uns mit Wein und Jahrgang. Hinweise zur Aufbewahrung finden Sie unter Wein lagern.


Weiterführende Fachquellen: AWRI: Fehltöne und Weinfehler · AWRI: Weitere Ursachen für Korkton · WSET: Wein servieren und dekantieren

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Welches Essen passt zu Blaufränkisch?

Auf Gericht und Weinstil achten

Bei der Kombination zählt der konkrete Wein ebenso wie das Gericht. Ein fruchtbetonter Blaufrankisch kann anders wirken als eine kräftige Reserve. Auch Sauce, Röstaromen, Salz und Schärfe verändern, wie Sie Acidity und Tannin wahrnehmen.

Eine kräftige Sauce oder ein geschmortes Gericht bietet andere Voraussetzungen als ein leichter Salat. Probieren Sie Wein und Essen gemeinsam: Was solo stimmig wirkt, kann am Tisch einen anderen Eindruck hinterlassen.

Unsere Produktangaben als Ausgangspunkt

Beim Blaufränkisch DAC Reserve nennen wir Wild, Rind und Hartkäse als Speisenempfehlung. Für einen Einstieg in unterschiedliche Blaufränkisch-Stile können Sie auch den Blaufränkisch Ried Hochberg kennenlernen. Die passende Drinking temperature hilft, Frucht und Struktur ausgewogen zu erleben. Persönliche Vorlieben bleiben bei jeder Kombination entscheidend.


Weiterführende Fachquellen: WSET: Speisen und Wein kombinieren

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