Weinwissen

Von der Herkunft unserer Weine bis zur richtigen Trinktemperatur: Suchen Sie nach einem Begriff oder wählen Sie ein Thema. Die Antworten lassen sich direkt hier aufklappen.

5 Wissensbeiträge

Glimmerschiefer

Gestein und Boden unterscheiden

Glimmerschiefer entsteht durch die Umwandlung älterer Gesteine unter Druck und Wärme. Namengebend sind die Glimmerminerale; daneben können unter anderem Quarz und Feldspat vorkommen. Typisch ist ein schiefriges Gefüge.

Das Ausgangsgestein und der tatsächlich durchwurzelte Boden sind nicht dasselbe. Verwitterung, Feinboden, Humus, Klüfte und Bodentiefe beeinflussen die Bedingungen für die Rebe. Dazu gehört die Verfügbarkeit von Wasser. Aus dem Gesteinsnamen allein lässt sich keine feste Wurzeltiefe ableiten.

Was bedeutet das im Glas?

Glimmerschiefer gehört zu den auf unserer Weingutseite beschriebenen geologischen Einflüssen. Eine automatische Übertragung von „Schiefergeschmack“ in den Wein lässt sich daraus nicht ableiten. Was mit Mineralität gemeint ist und welche weiteren Faktoren zum Terroir gehören, erklären die verlinkten Beiträge.


Weiterführende Fachquellen: GeoSphere Austria: Glimmerschiefer · Alex Maltman / WSET: Wine and Soil

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Lehmboden

Eine Mischung verschiedener Korngrößen

Lehm ist eine Bodenart aus Sand, Schluff und Ton in unterschiedlichen Anteilen. Er ist kein einzelnes Gestein. Je nach Zusammensetzung, Struktur und Humusgehalt unterscheiden sich Lehmböden deutlich voneinander.

Für die Rebe ist wichtig, wie viel pflanzenverfügbares Wasser der Boden speichern kann, wie gut er durchlüftet ist und welche Schichten die Wurzeln erreichen. Die Bezeichnung „Lehm“ allein sagt darüber noch nicht alles aus. Mehr dazu lesen Sie unter Wasserspeicherfähigkeit und Trockenstress.

Boden als Teil der Herkunft

Lehmböden gehören zum Bodenbild des Mittelburgenlands und werden auch auf unserer Weingutseite beschrieben. Wie ein Wein schmeckt, hängt zusätzlich von Klima, Rebsorte, Jahrgang und Ausbau ab. Dieses Zusammenspiel erklärt der Begriff Terroir. Ein bestimmtes Fruchtaroma lässt sich aus „Lehmboden“ nicht sicher vorhersagen.


Weiterführende Fachquellen: LfU Bayern: Bodenbestandteile · Verband Blaufränkisch: Klima und Boden

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Mineralität im Wein

Ein Wort aus der Verkostung

Mit „mineralisch“ beschreiben Verkostende beispielsweise Eindrücke, die an Stein, Kreide, Feuerstein oder salzige Noten erinnern. Das Wort beschreibt eine Wahrnehmung; es ist keine einheitliche chemische Messgröße für Wein.

Der Boden beeinflusst die Versorgung und Entwicklung der Rebe. Die Vorstellung, dass der Geschmack von Glimmerschiefer oder anderen Gesteinen unmittelbar in die Traube und den Wein wandert, ist jedoch wissenschaftlich nicht belegt. Mineralische Nährstoffe und ein „mineralischer“ Geschmack sind unterschiedliche Dinge.

Genauer beschreiben hilft

Bei einer Verkostung ist es hilfreich, konkrete Eindrücke zu benennen: Wirkt der Wein frisch, salzig, steinig oder straff? Auch Acidity und Mundgefühl spielen bei der Wahrnehmung eine Rolle. Der umfassendere Begriff Terroir beschreibt das Zusammenspiel von Standort und weinbaulicher Arbeit.


Weiterführende Fachquellen: Alex Maltman / WSET: Wine and Soil

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Terroir

Was zur Herkunft eines Weines gehört

Terroir umfasst die Wechselwirkungen zwischen dem natürlichen Umfeld eines Weinbauortes und den dort angewandten weinbaulichen Praktiken. Nach der Definition der Internationalen Organisation für Rebe und Wein gehören dazu unter anderem Boden, Geländeform, Klima, Landschaft und biologische Vielfalt.

Deshalb bedeutet Terroir mehr als Glimmerschiefer oder Lehmboden. Eine Hanglage kann andere Bedingungen bieten als eine ebene Fläche, und derselbe Standort erlebt von Jahr zu Jahr unterschiedliche Witterung.

Terroir bei Hundsdorfer

Unser Weingut ist in Neckenmarkt im Mittelburgenland zuhause. Auf der Weingutseite beschreiben wir diese Herkunft und unsere Weine. Im Glas wirken Standort, Rebsorte, Jahrgang und Ausbau zusammen; ein Bodenname allein ist keine vollständige Erklärung für den Geschmack. Auch die sensorische Bezeichnung Mineralität sollte man davon unterscheiden.


Weiterführende Fachquellen: OIV: Definition des weinbaulichen Terroirs

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Wasserspeicherfähigkeit und Trockenstress

Wasser im durchwurzelten Boden

Reben nehmen Wasser über ihre Wurzeln auf. Wie viel davon verfügbar ist, hängt von Niederschlag, Bodentiefe, Bodenstruktur und dem erreichbaren Wurzelraum ab. Ein Lehmboden kann Wasser speichern; entscheidend ist aber, welcher Anteil davon für die Pflanze nutzbar bleibt.

Trockenstress entsteht, wenn die Wasserversorgung den Bedarf der Rebe nicht mehr ausreichend deckt. Je nach Dauer und Entwicklungsphase kann Wassermangel Wachstum und Beerenentwicklung beeinflussen. Starker Mangel ist keine allgemeine Qualitätssteigerung.

Jahrgang und Standort zählen

Warme, trockene Perioden wirken auf flachgründigen und tiefgründigen Standorten unterschiedlich. Auch Begrünung und Bewirtschaftung beeinflussen den Wasserhaushalt. Diese Zusammenhänge gehören zum Terroir und zum Verlauf des Weinjahres. Entscheidend ist die Wasserversorgung am konkreten Standort, nicht allein die Bezeichnung der Bodenart.


Weiterführende Fachquellen: Wine Australia: Wasserverfügbarkeit im Weinbau

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